Zwei Motivationsformen: Intrinsisch und extrinsisch

Woher kommt die Motivation? Kommt sie von innen oder doch eher von außen?

Die Frage beschäftigt die Motivationsforschung schon lange. Heute sind sich Wissenschaftler weitgehend einig, dass es vor allem zwei Arten der Motivation gibt, die sich aus unterschiedlichen Anreizen ableiten und auch verschieden wirken.

Es geht dabei um zwei gegensetzliche Pole auf einer Skala: die sogenannte intrinsische Motivation und deren Pendant, die extrinsische Motivation.

MotivationsartenSo wirken sie…
Intrinsische MotivationDiese Form der Motivation kommt von innen heraus, aus uns selbst. Sie ist die stärkste Art der Motivation. Damit verbunden sind bessere Leistungen und höhere Zufriedenheit. Angetrieben werden wir dabei von eigenen Zielen, Wünschen, Leidenschaften. Daher ist diese Motivation auch unabhängig von externen Faktoren. Entscheidend ist allein, was uns inspiriert und anspornt.
Extrinsische MotivationDiese Motivation wird durch äußere Faktoren und Anreize geweckt und verstärkt. In der Regel geht es darum, ein gewünschtes Verhalten zu fördern. Die Hauptmotivatoren sind meist materiell oder finanziell: Güter, Geld, Boni. Sie können aber auch immaterieller Natur sein: gesellschaftlicher Status, Macht, Ruhm. Oder sogar negativ – in Form von Strafen und Sanktionen.

Die intrinsiche Motivation schließt die extrinsische allerdings nicht aus. Beide können symbiotisch zusammenwirken und uns besonders stark motivieren.

Allerdings kann die extrinsische Motivation die intrinsische irgendwann vollständig ersetzen.

Am deutlichsten wird das bei einem Hobby, dass wir zum Beruf machen.

Eben noch haben wir etwas aus freien Stücken getan, weil wir Lust dazu hatten, weil es einfach nur Spaß machte. Jetzt ist es unser Job. Wir bekommen sogar Geld dafür. Allerdings verbinden andere mit der Bezahlung auch Erwartungen. Vielleicht haben wir sogar Verantwortung übernommen – für Mitarbeiter, für Kundenbeziehungen. Wir haben jetzt Verpflichtungen.

Geld und Erfolg haben als externe Motivationsfaktoren das Ruder übernommen. Unterschwellig auch die Angst vor Misserfolg. Scheitern wir gar, werden die äußeren Anreize zum regelrechten Motivationskiller.

Dasselbe kann uns im Job passieren: Ein Beruf, den wir ausüben, weil wir ihn lieben und einen Sinn darin sehen, lässt sich durch hohe Bezahlung und Boni leicht korrumpieren. Wir gewöhnen uns ans Geld und vergessen (oder verraten) unsere eigentliche Motivation.

Geld frisst Eifer auf.

Sprüche und Zitate

Erfolg ist die Fähigkeit, von einem Misserfolg zum anderen zu gehen, ohne seine Begeisterung zu verlieren.

Winston Churchill

Das Problem der extrinsischen Motivation ist: Sie versagt ihren Dienst auf, sobald die äußeren Anreize schwinden. Manche Wissenschaftler sagen sogar:

Man kann Menschen nicht zu irgendetwas motivieren, wozu sie nicht schon intrinsisch motiviert sind.

Ansonsten müsse man – ähnlich wie bei einem Drogenabhängigen – immer wieder die Dosis (= Geld, Boni, Status, etc.) erhöhen, damit es noch wirkt.

Der Schlüssel zu anhaltender und wahrer Motivation liegt daher vor allem in uns selbst. Und in unserer Fähigkeit zur Selbstmotivation.

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